Der Minirock enthüllte in den 60er Jahren die Knie und die damals gängige Doppelmoral. Moralisch verwerflich war es auch lange Zeit, ein T-Shirt in der Öffentlichkeit zu tragen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es …
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Der Minirock enthüllte in den 60er Jahren die Knie und die damals gängige Doppelmoral. Moralisch verwerflich war es auch lange Zeit, ein T-Shirt in der Öffentlichkeit zu tragen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es ausschließlich als Unterhemd genutzt. Die Shirts waren um 1900 vorne mit einer Knopfleiste versehen. Ein Umstand, der den Seeleuten das Tragen der Baumwollhemden vergällte. Die Meeresluft ließ die Knöpfe schnell rosten. Bald bevorzugten Seemänner die sogenannten Takelhemden, die ohne Knopfleiste hergestellt wurden und daher rostfrei waren. Seeleute waren es auch, die sich mit ihren Hemden beim Landgang in die Öffentlichkeit wagten.
Wie kommt das Shirt zum T?
Darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine Legende besagt, die T-Form hätte dem Shirt den Namen eingebracht. Wahrscheinlicher ist, dass das T für Training steht. Die amerikanische Marine suchte im 2. Weltkrieg gut tragbare Trainings-Shirts für die Soldaten. In der heimischen Presse waren die Soldaten später oft in diesen T-Shirts abgebildet. Nach Kriegsende behielten sie ihre “Tees” einfach an. Die Baumwollhemden wurden zum Symbol einer neuen Männlichkeit und waren tabu für Frauen.

Endstation Sehnsucht
In dem Film “Endstation Sehnsucht” stellte Marlon Brando 1951 in einem enganliegenden T-Shirt seine Muskeln zur Schau und untermauerte damit den Mythos purer Männlichkeit, die dem weißen Baumwollhemd anhaftete. Ebenfalls ein weißes T-Shirt und darüber eine rote Jacke trug James Dean in dem Kultfilm “Denn sie wissen nicht, was sie tun.” Durch diese Filmhelden war das T-Shirt quasi über Nacht zum Markenzeichen einer neuen Jugendkultur geworden. Das galt zumindest für die USA.
Der Durchbruch in Europa
Während es in Amerika längst selbstverständlich war, auf der Arbeit und in der Freizeit ein T-Shirt anzuziehen, übte man sich in Europa noch in Zurückhaltung. Mit einem Shirt kleidete man sich allenfalls, wenn man darüber noch ein Hemd oder einen Pullover trug. Die “wilden 60er haben auch hier einen wesentlichen Anteil an den veränderten Kleidersitten. Rockbands traten plötzlich in T-Shirts auf und entdeckten die Möglichkeit, die Hemden mit ihrem Namenszug gewinnbringend zu vermarkten. Spätestens in den 70er Jahren war es angesagt, seine Freizeit im T-Shirt zu verbringen. Auch die Frauen emanzipierten sich und fanden Gefallen an den Hemden.
Eine spannende Geschichte – bis hierhin. Wir sind gespannt, wie es in den nächsten 100 Jahren weiter geht…
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